OPEN-AIR-KINO: „EIGENBEDARF– LEBEN AUF DEM SCHLEUDERSITZ“

OPEN-AIR-KINO: Wohnraum wird als Ware behandelt, Menschen sind gezwungen in unwürdigen Sammelunterkünften zu leben oder auf der Straße zu schlafen. Viele Mieter*innen werden durch das Profitstreben der Immobilienbesitzenden oder „Eigenbedarfskündigungen“ der Reichen bedroht und verdrängt.
WOHNRAUM FÜR ALLE wird es nur geben, wenn wir diesen gemeinsam erkämpfen! Darüber wollen wir in einem (Kurz)Filmprogramm berichten:

„EIGENBEDARF– LEBEN AUF DEM SCHLEUDERSITZ“

… Ina, Max, Carina und mehrere Freund*innen sind wohnungslos. Mitten im Corona Winter 2020 müssen sie teilweise im Freien schlafen. Städtische Notunterkünfte böten keine Perspektive, sagen sie. Im Angesicht der drohenden Kälte versuchen zunächst linke Aktivist*innen mit einer öffentlich angekündigten Besetzungsaktion städtischen Leerstand in Wohnraum für obdach- und wohnungslose Menschen zu verwandeln. Die Polizei räumt allerdings sofort. Auf einmal ergibt sich eine neue Möglichkeit dem Leben auf der Straße zu entfliehen. Aktivist*innen haben heimlich einen weiteren Leerstand geöffnet. Die Freund*innen haben echten Eigenbedarf und werden zu Hausbesetzer*innen. Über ein Jahr leben in der heimlichen Besetzung verschiedene Menschen wie auf dem Schleudersitz, immer in der Angst die Stabilität, die ein Dach über dem Kopf bietet, wieder zu verlieren.
Ein Film von Raphael Knipping und Michael Trammer. Eine Freelance Underground Produktion (2022).
Weitere Kurzfilme zeigen Historisches zu einer Hausbesetzung in Hamburg (1973) und Aktuelles aus Hannover (Bumke-Besetzung (2021) und die neue Version von „Monopoly in der Nordstadt“ (2022). Außerdem etwas zu Rassismus auf dem Wohnungsmarkt.

Veranstalter*innen:

Nordstadt solidarisch & Bumke selber machen in Kooperation mit dem Kino im Sprengel als Teil der Veranstaltungsreihe zum Festival contre le Rasisme des AStA
Samstag 3.9.22 – 19:30 Infostand – 20:30 Filmstart – Eintritt frei
Ort: Wiese hinterm AStA/Welfenschloss (!!! bringt Euch Decken/Sitzgelegenheiten mit !!!)
Bei Regen im Kino im Sprengel (Klaus-Müller Kilian Weg/30167 Hannover)

Wohnen in einer „(Nord)Stadt für alle“: Oberstraße 4 + 7

Die Planungen zum Bumke-Gelände schreiten voran, hier wollen wir eine gemeinsame Idee für die beiden Baugrundstücke in der Oberstraße (Nr. 4 und Nr. 7) darstellen.

Schild Oberstraße

WAS IST DER PLANUNGSSTAND?
Der bisherige Beschluss zu Zielen der Planung sieht hier Wohnungsbau durch Genossenschaften vor, die dort 18 geförderte und damit preisgedämpfte Mietwohnungen bauen sollen. Das bedeutet für ganz unterschiedliche Menschen bezahlbaren Wohnraum für ca. 7€/qm (kalt). Bedingung ist nicht wie heutzutage so oft in der Nordstadt der dicke Geldbeutel, sondern ein Wohnberechtigungsschein, der niedriges oder mittleres Einkommen bescheinigt. Diese noch sehr allgemeine Rahmensetzung für die Oberstraße 4 + 7 begrüßen wir ausdrücklich!

 

UND WIRD DAS WIRKLICH UMGESETZT?
Das ist unsicher! Denn nun kommt der Haken bzw. das Kleingedruckte: In dem Eckdatenpapier des Investors findet sich hier die Formulierung „vorzugsweise“ an Genossenschaften. Das ist ein Hintertürchen, das der Investor nutzen könnte, um hier doch selbst zu bauen. Um dem einen Riegel vorzuschieben, hat der Bezirksrat Nord mit großer Mehrheit einen Änderungsantrag beschlossen, so dass die Grundstücke zu einem fairen Preis (=also zum sogenannten Verkehrswert und nicht zu irgendeinem Renditemaximierungspreis) an eine Genossenschaft verkauft werden. Eine solche verbindliche Regelung ist die Voraussetzung, dass hier wirklich eine gemeinwohlorientierte und nicht irgendeine Genossenschaft selbst bauen kann!

 

WAS WOLLEN WIR?
Wir wollen Wohnungen, die nicht nur befristet preisgedämpft sind, sondern dauerhaft in gemeinwohlorientiertem Besitz verbleiben, damit hier Menschen ein Zuhause ohne Angst vor Verdrängung finden können. Wir wollen, dass sich die zukünftigen Mieter*innen mit Eigenleistungen in den Bau einbringen können, auch weil Bauleistungen durch Baufirmen immer teurer werden. Spätere gemeinschaftsorientierte Nutzungen fördern das nachbarschaftliche Miteinander und sind ressourcenschonend. Dies kann am Besten durch eine Genossenschaft mit entsprechenden Erfahrungen umgesetzt werden, vorzugsweise die WOGE Nordstadt.
Wir wollen, dass Anforderungen des Klimaschutzes beim Bau und bei der Nutzung vorbildhaft berücksichtigt werden. Das heißt, es soll nicht nur „mehr Klimaschutz“ als bisher im Gebäudesektor üblich umgesetzt werden, sondern es soll „genug für den Klimaschutz“ getan werden, dass hier ein Schritt zum klimaneutralen Gebäudesektor entsteht, der für das 1,5 Grad Ziel erforderlich ist. Das bedeutet beispielsweise Umweltgerechtheit aller Baumaterialien und der Wärmeversorgung, Passivhausstandard und Photovoltaikanlagen!

 

WAS SOLLTEN DIE NÄCHSTEN SCHRITTE SEIN?
Von der Politik im Bezirksrat Nord und dem Rat der Stadt Hannover erwarten wir eine frühzeitige und klare Stellungnahme, die unsere hier dargelegten Vorstellungen unterstützt. Dann müssen unsere Anforderungen über den „Städtebaulichen Vertrag“ mit dem Investor verbindlich gemacht werden.

Vom jetzigen Eigentümer Gerlach erwarten wir, dass er umgehend transparente Gespräche zum Verkauf der beiden Baugrundstücke an eine gemeinwohlorientierte, zu unserem Stadtteil passende Genossenschaft aufnimmt.

Unterstützt durch folgende Erstunterzeichnende
(Stand 1.4.2022):
Andersraum e.V., Architects for Future (A4F Ortsgruppe Hannover), Bumke selber machen – Netzwerk Wohnraum für alle, Café Kopi, Copyshop Druckservice (Nelkenstr), Elfie & Ignaz, Eva Diederich (Design Kombinat), Florian Berief (Kiosk/Lotto E-Damm/Ecke Nelkenstr.), Gine Lüning & Frank Reimchen, Heiko Heybey (SPANDAU Projekt), Internationalismus-Buchladen, Kino im Sprengel, Michael Tertilt (ehemaliger Anwaltsplaner der Nordstadt), Nordstadtbraut (Renate Marek), Raimund Lazar (Sozialwissenschaftler), Andreas Maurer (Architekt), STUDIOSTADT (Architektur und Städtebau), Team Bikers Base, UJZ Kornstraße, Unter einem Dach, Wasmitherz

Bumke-Begehung wird kriminalisiert!

Bumke-Begehung wird kriminalisiert!

Am 4.12. wurde das Bumke-Gelände kurzzeitig besetzt, um gegen die Pläne des Investors Gerlach und die weitere Gentrifizierung in unseren Stadtteilen zu protestieren. Damals wurde die geplante Stadtteilversammlung auf dem Bumke-Gelände durch ein massives Polizeiaufgebot inkl. dreier Wasserwerfer verhindert.

Falls du im Kontext der Aktion Post erhalten hast, melde dich bei der Roten Hilfe Hannover zur Vernetzung und Beratung (nächste Termine: Montag, den 17.01. um 19 Uhr sowie am Sonntag, den 6.02 16 Uhr in der UJZ Kornstraße). Keine bleibt allein! Solidarisch gegen Repression!