Aktuelles

Veröffentlichung unseres Alternativkonzepts


Liebe Interessierte und Involvierte,
wir haben im März den Entwurf unseres Alternativkonzept erstellt und über unsere Homepage und per Mail an die Mitglieder des Bezirksrat Nord verbreitet, damit wollten wir auch Gelegenheit bieten, Ergänzungen und Klarstellungen aufzunehmen. Die nun vorliegende Fassung enthält nun einige kleinere Aktualisierungen und wir werden es nun in das weitere Beratungsprozedere zum Bebauungsplan einbringen. Zugleich wird in diesem Konzept der aktuelle Stand zusammengefasst, um so weitere Mobilisierungen und Aktionen in der Nordstadt mit fundierten Hintergrundinformationen zu versorgen.

Bei Rückfragen und Kritik freuen wir uns über Kontakt!

Zum Konzeptpapier: Alternativkonzept zum Bumke-Gelände

 

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2500 Unterschriften für dauerhaft günstige Mieten ignoriert!

Hiermit wollen wir die Nordstädter*innen informieren, wie ihre Willensbekundungen und Bedürfnisse systematisch ignoriert werden. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen: Dauerhaft günstigen Wohnraum wird es mit Gerlach und anderen privaten Investor*innen nicht geben. Deswegen möchten wir unsere Forderungen noch einmal in aller Deutlichkeit klar machen:

1. Die Aufnahme der Gemeinnützigkeit des gesamten entstehenden Wohnraums in den städtebaulichen Vertrag. Die Mieten müssen dauerhaft günstig sein.

Unter gemeinnützigen Wohnungen verstehen wir Mietwohnungen in gemeinnütziger Trägerschaft. Das heißt die Wohnungen gehören einer Institution, die nicht auf eine „Rendite mit der Miete” aus ist, sondern deren Ziel es ist, günstigen Wohnraum bereitzustellen. Auch kommunale oder landeseigene Wohnungsbaugesellschaften können das Kriterium „gemeinnützig” prinzipiell erfüllen. Die Petition wird in dem Eckdatenpapier des Investors nicht einmal erwähnt – geschweige denn berücksichtigt. Zwar sollen 45% der Wohnungen eine befristete(!) Preisdämpfung bekommen – diese bleiben aber in profitorientierter und nicht in gemeinwohlorientierter Trägerschaft. Ob dabei überhaupt eine einzige Wohnung durch eine Genossenschaft realisiert werden kann (ggf. wären dies 12%), ist durch geschickte Formulierungen des Investors keinesfalls sicher. Die Förderprogramme der Stadt würden eine 10 oder 15jährige Bindung bedeuten (Förderprogramm der Region 20 Jahre), für diese Bindung erhält Gerlach einen Millionenbetrag an Subventionen aus der öffentlichen Hand – um nach Auslaufen der Bindung frei vermarkten zu können (= „marktkonforme“ Mietsteigerungen oder Umwandlung in Eigentumswohnungen). Die Stadtverwaltung nimmt dies bisher einfach hin, sie verweist darauf „dass es dem Vorhabenträger ermöglicht werden muss Gewinne zu erwirtschaften.“ Das ist schon juristisch fragwürdig, da der Investor den Kaufpreis nicht nennt (und juristisch nicht nennen muss), kann der Gewinn (= Erlös abzüglich Kosten fürs Grundstück & Bauen) gar nicht der relevante Maßstab sein. Die Stadt muss dem Investor NICHT seine Gewinne garantieren, wenn dieser sich mit einem zu hohen Kaufpreis verspekuliert hat. Vielmehr könnte die Stadt einen großen Teil der durch die B-Planänderung ausgelösten Steigerung des Grundstückswerts für gemeinwohlorientierte Interessen auf dem Grundstück abschöpfen. Juristisch richtig ist hingegen die Aussage der Stadt „Die in einem städtebaulichen Vertrag vereinbarten Leistungen müssen den gesamten Umständen nach angemessen sein (§ 11 Abs. 2 Satz 1 BauGB).“ Das komplette Ignorieren einer Petition von 2500 Menschen, um Gerlach (Privatvermögen 250 Millionen Euro) höhere Gewinne zu ermöglichen ist aber nicht „angemessen“. Nun ist die „gute Zusammenarbeit“ zwischen Stadt und Bauwirtschaft in Hannover nicht Neues: Ergebnis ist, dass Hannover (zusammen mit Berlin) im bundesweiten Vergleich einen der beiden vordersten Plätze bei Mietsteigerungen belegt. In der Nordstadt waren dies allein von 2007 bis 2018 bei den Angebotsmieten eine Steigerung von 52% (!).

2. Offene Prüfung möglicher Umnutzung bereits bestehender Gebäude mit dem Ziel der Kostenreduzierung.

Unter einer offenen Prüfung verstehen wir zuallererst eine von den Interessen des Investors unabhängige Prüfung. Das von Gerlach mit der Prüfung beauftragte und bezahlte Architekturbüro kann eine solche unmöglich gewährleisten. Die Stadtverwaltung behauptet nun „Eine ergebnisoffene Prüfung zum Erhalt der bestehenden Gebäude wurde bereits durch das Architekturbüro Gruppe OMP durchgeführt und im Rahmen des bisherigen Beteiligungsprozesses intensiv diskutiert.“ In deren Darstellungen auf der Abschlussveranstaltung wurden aber lediglich zwei Varianten gegenüberstellt: der Total-Abriss und der vollständige Erhalt ohne Zubau. Letzteres hatte aber niemand gefordert. Was ist mit Möglichkeiten dazwischen? Wie sieht es mit dem Erhalt des denkmalwürdigen Bumke-Hauses am E-Damm aus? Wenn die Stadtverwaltung behauptet „Die Architekten haben im Rahmen der Bürgerbeteiligung plausibel dargelegt, dass der Erhalt der bestehenden Gebäude keine Kostenreduzierung ermöglicht“ kann das nur als skurril bezeichnet werden: es wurde keine einzige Zahl zu Umbaukosten genannt und die Erörterungen erfolgten auf Basis eines falscher Grundrisses – ohne das dies die Stadt oder Gerlachs Arbeitskreismitglieder auch nur bemerkt hätten.

3. Eine soziale und nachhaltige Architektur (z.B. kollektive Nutzungsmöglichkeiten, Freiflächen, Orte für Begegnung/Gemeinschaftsräume, Kita, kostenreduzierende selbstverwaltete Wohnformen, etc.).

Dieser sehr allgemeinen Formulierung der Petition stimmt die Stadt immerhin prinzipiell zu. Allerdings sagt sie: „Die Umsetzung der in der Petition formulierten sozialen und nachhaltigen Architektur kann mit dem rechtlichen Instrumentarium (hier: BauGB) jedoch nur teilweise sichergestellt werden. Die Verwaltung empfiehlt diesem Punkt daher im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten zu folgen.“ Klar ist aber: das was dazu bisher im Eckdatenpapier des Investors formuliert wurde, ist viel zu wenig/vage. Statt einer angemessenen Berücksichtigung von Klimaschutzanforderungen oder einem Konzept für ein autofreies Quartier findet sich dort kaum verbindliches – außer das 15% der Fahrradstellplätze einen Elektroanschluss kriegen. Möglichkeiten über ein selbstverwaltetes Wohnprojekt mit Eigenleistungen Ressourcen und Kosten zu sparen wurden ebenfalls komplett ignoriert.

4. Umfassende demokratische Mitentscheidung bei der Umnutzung des Geländes und der Entwicklung des städtebaulichen Vertrags.

Die Ausgestaltung eines Beteiligungsprozesses soll von Nordstädter*innen und nicht vom Investor entschieden werden. Denn der Investor hat sein Verfahren mit folgenden „Arbeitsmethoden“ gestaltet:

• Verweigerung neutraler Expertise (z.B. bei der Prüfung von Umnutzungsoptionen),

• Verschweigen von Kalkulationsgrundlagen (z.B. Kaufpreis)

• Verschleierung durch selbst erschaffene (scheinbare) Sachzwänge (z.B. falsche Plandarstellungen),

• Verarschung: grundlegende Änderung der Verfahrensregeln im laufenden Verfahren (ohne Rückkopplung mit der Öffentlichkeit),

• Verdrehungen: verspätete (bis zu 3 Monate) und „leicht tatsachen-verdrehende“ Erstellung der Protokolle durch das Planungsbüro,

• Verlagerung von Streitpunkten in direkte Hinterzimmer-Gespräche mit der Stadt (in denen die Stadt dann – warum auch immer – nachgab),

• Verstecken: eigentlich sollen 12% der Wohnungen über eine Genossenschaft umgesetzt werden, aber im Kleingedruckten versteckt sich eine profitsichernde Hintertür (= der Einbezug einer Genossenschaft kann umgangen werden),

• Verhindern einer öffentlichen Begehung (stattdessen gab es eine Führung für max. 5 Personen),

• Vertuschen: Weglassen von Informationen im Eckdatenpapier (z.B. Dauer der Befristungen von Sozialwohnungen, Mietsteigerungsoptionen trotz Sozialbindung, etc.).

Vor dem Hintergrund dieser Scheinbeteiligung bestätigt die Stadt immerhin, dass das Verfahren noch vollkommen offen ist: „Die Verwaltung empfiehlt diesem Punkt insoweit zu folgen, als dass der Forderung nach einer umfassenden demokratischen „Mitwirkung“ nachgekommen werden soll.“ Gemeint ist das jetzt startende offizielle Verfahren zum Bebauungsplan. Ein Warnsignal ist aber der (juristische richtige) Satz: „eine „Mitentscheidung“ [ist] rechtlich nicht vorgesehen.“ Wir werden aber bestimmt keine Entscheidung hinnehmen, die mit den beschriebenen „Arbeitsmethoden“ vorbereitet wurde und dann über die Köpfe der Nordstädter*innen hinweg im Rat der Stadt getroffen wird.

5. Einrichtung einer Anwaltsplanung zur Begleitung des Planungs- und Umsetzungsprozesses. Bei der Auswahl des*der Anwaltsplaner*in müssen vor Ort bestehende Initiativen berücksichtigt werden.

Die Stadtverwaltungen sieht keinen Bedarf für eine Anwaltsplanung (also eine Planung, die nicht-investorengesteuerte Expertise bereitstellt). Denn die Stadt behauptet: „Um diese Fläche im Sinne des Stadtteils zu entwickeln wurde eine Bürgerbeteiligung durchgeführt. Im Rahmen dieses Beteiligungsverfahrens wurde der Arbeitskreis nach dem 1. öffentlichen Forum nochmals angepasst, um ein möglichst breites Meinungsbild aus dem Stadtteil und deren unterschiedlichen Bewohnergruppen zu bekommen. In diesem Rahmen konnten unter Begleitung von unterschiedlichen Fachleuten die Planungsziele und einzelne Aspekte der Planung für dieses Areal diskutiert werden.“

Die Qualität der Arbeitsmethoden wurde bereits im vorherigen Punkt 4 beschrieben. Und hier nochmal: bei der Formulierung des Eckdatenpapiers des Investors wurde nur der geschlossene Arbeitskreis einbezogen – NICHT jedoch die Öffentlichkeit. Denn die öffentliche Vorstellung des Eckdatenpapiers auf dem abschließenden Zukunftsforum sah überhaupt keine Änderungsmöglichkeit mehr vor. Es gibt keinen Konsens zwischen den am Prozess beteiligten! Auch unter den bis zum Ende am Arbeitskreis teilnehmenden Initiativen und Einzelpersonen herrscht Unzufriedenheit mit den Ergebnissen: Sie äußerten Bedenken, ob der zum Teil selektierten Informationslage und dass sie mit Sachzwängen, die für sie (z.T. aufgrund fehlender Sachkenntnis z.B. zu Planungsrecht oder Förderbedingungen) nicht einschätzbar waren – unter Druck gesetzt wurden. Die Kritiker*innen beklagten auch den Zeitdruck, da sie nach den langwierigen Diskussionen nicht mehr die Energie hatten, eine weitere Überarbeitung des Eckdatenpapiers einzufordern. Dennoch hat der bisherige Prozess ein brauchbare Arbeitsgrundlage ergeben – damit meinen wir aber nicht das Eckdatenpapier des Investors, sondern das Alternativkonzept von „Bumke selber machen“. An der Umsetzung dieses Konzeptes wollen wir gerne – idealerweise unterstützt durch eine Anwaltsplanung – gemeinsam mit den Nordstädter*innen und den zukünftigen Mieter*innen der Wohnungen auf dem Bumke-Areal weiterarbeiten. Wir müssen gemeinsam verhindern, dass das investorenfreundliche Eckdatenpapier umgesetzt wird! Und wir wollen deutlich machen: Eine nachhaltige und soziale Stadtentwicklung ist mit profitorientierten Investor*innen nicht zu machen!“

Quiz: Was passiert wirklich auf dem Bumke-Gelände?

Das Große Gerlach-Quiz oder: Was passiert wirklich auf dem Bumke-Gelände?

Mit dem Wegzug der Firma Bumke bieten sich am Engelbosteler Damm neue Möglichkeiten für die Nordstadt. Allerdings kaufte 2017 „Theo Gerlach Wohnungsbau“ das 8.200 qm große Grundstück. Dort ist Platz für ca. 150 Wohnungen.

Der Investor Gerlach hat nun ein „Eckdatenpapier“ vorgelegt, wo er seine Vorstellungen darlegt. Dieses Papier ist unter Mitwirkung eines Arbeitskreises entstanden und wurde bereits in einem öffentlichen Treffen (11/2019) vorgestellt – dort wurde das Papier jedoch umfassend kritisiert und mittlerweile hat die Initiative „Bumke selber machen“ ein ausführliches Alternativkonzept vorgelegt (3/2020).

Was auf dem Gelände letztlich passieren wird, ist also noch offen – das folgende Quiz bietet einen schnellen Überblick über die Planung des Investors und Einblicke in die Wohnungspolitik in Hannover.

Aktion zum Housing Action Day 2020: „Kein Monopoly mit der Nordstadt“

Wenn gemeinsam demonstrieren nicht geht … dann eben ein paar Straßen in unserem Stadtteil in die Monopoly-Straßennahmen umbenennen. Auf der Rückseite der neuen Schilder findet sich folgende Erläuterung:

Diese „Straßen-Umbenennung“ ist eine Ersatz-Aktion zum „Housing-Action-Day“ am 28. März. Die Ziele des europaweiten Aktionstages sind in der Corona-Krise umso wichtiger: Wohnen sollte Grundrecht für ALLE Menschen sein – und keine Ware oder Spekulationsobjekt!

Deshalb: Sofortiger Stopp von Kündigungen und Zwangsräumungen! Leerstehende Hotels (auch in der Schlossallee) für Obdachlose zugänglich machen ! Wer kein Einkommen mehr hat, kann auch keine Miete mehr bezahlen!

Solidarität heißt Abstand halten und zu Hause bleiben!

Schutz vor Corona braucht ein zu Hause! ###

Samstag 28.3. 18.00 Balkon/Fenster-Demonstration & digitale Demo: #housingactionday
Mehr auf: https://www.housing-action-day.net/ Mietenwahnsinn stoppen

Nutzt die Zeit zu Hause zur digitalen Vernetzung, hier ein paar Vorschläge:

Solidarische Nachbarschaftsthilfe: https://solistatthamster.org/ Solidarität statt Hamsterkäufe

Bumke selber machen: https://de-de.facebook.com/bumkeselbermachen/ Bumke selber machen – Netzwerk Wohnraum für Alle

Nordstadt solidarisch: https://twitter.com/167solidarisch?lang=de

Ausführliches Alternativkonzept zum Beteiligungstheater

Seit einem Jahr mischen wir mit im Beteiligungstheater rund um das Bumke-Gelände in der Nordstadt. In diesem alternativen Eckdatenpapier stellen wir für alle die Kritik an Verfahren und Ergebnis des -Beteiligungsverfahrens zum Bumke- Gelände dar und macht Alternativvorschläge dazu. Es mach deutlich: Der Bezirksrat Nord und der Rat der LHH dürfen das offizielle Ergebnis des Beteiligunsverfahrens auf keinen Fall eins zu eins in Politik umsetzen.

Rückeldungen sind gerne willkommen!

PDF hier

Offene Treffen alle 3 Wochen

Auch wenn das offizielle Beteiligungstheater des Investors nun vorbei ist, machen wir weiter. Denn die „Ergebnisse“ des Verfahrens dürfen von Politik und Verwaltung nicht einfach eins zu eins in den Bebauungsplan und die städtebaulichen Versträge übernommen werden. Über 2500 Menschen in der Nordstadt hatten in einer Petition mehr gefordert.

Deswegen treffen wir unsalle 2 Wochen um 19 Uhr im Elchkeller (Schneiderberg 50). Das näcshte Treffen findet am 2. April statt

Wir freuen uns!

Solidarische Grüße!

P.S: Das Netzwerk Recht auf Stadt trifft sich übrigens am 21. Januar wieder. Hier basteln wir gerade an Aktionsideen zum internationalen „Housing Action Day“ Ende März: https://www.housing-action-day.net/

Kommentar zu Eckdatenpapier als Abschlussdokument

In das letzte Zukunftsforum des Investors Gerlach sind wir nicht unvorbereitet gekommen. Obwohl das Eckdatenpapier des offiziellen Arbeitskreises -quasi das Abschlussdokument des Beteiligungstheaters- erst sehr kurze Zeit vorher zur Verfügung gestellt wurde. Hier einige unserer Kritikpunkte. Das Papier darf so nicht einfach von Rat und Verwaltung der tadt in Politik umgesetzt werden!

In das letzte Zukunftsforum des Investors Gerlach sind wir nicht unvorbereitet gekommen. Obwohl das Eckdatenpapier des offiziellen Arbeitskreises -quasi das Abschlussdokument des Beteiligungstheaters- erst sehr kurze Zeit vorher zur Verfügung gestellt wurde. Hier einige unserer Kritikpunkte. Das Papier darf so nicht einfach von Rat und Verwaltung der tadt in Politik umgesetzt werden!

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Rote Karte für Gerlach! Seid beim Zukunftsforum zum Bumke-Gelände dabei!

Dienstag, 26.11., ab 17.30 Uhr

Das Unternehmen Gerlach, dass das Bumke-Gelände in der Nordstadt gekauft hat, verdient schon seit langem die rote Karte. Nun werden wir sie ihm zeigen! Denn beim Zukunftsforum am kommenden Dienstag, 26.11., soll ein vom Investor durchgedrückter Bebauungsentwurf abgenickt werden, der zentrale Forderungen der Menschen aus den Viertel ignoriert. Wohnraum ist ein existentielles Bedürfnis und keine Ware.  In einer Petition haben über 2500 Menschen aus der Nordstadt unter anderem die Errichtung von ausschließlich gemeinnützigem Wohnraum und tatsächliche Mitbestimmung gefordert.

Gemeinnütziger Wohnraum?

Daraus wird wohl nichts. Das Eckdatenpapier aus dem bisherigen „Beteiligungsverfahren“ sieht vor, dass lediglich 12 Prozent des künftigen Wohnraums an Genossenschaften oder Baugruppen vergeben werden. Es ist dabei keine Rede davon, dass es sich um gemeinwohlorientierte Genossenschaften handeln muss. Teurer Wohnraum vermietet von Genossenschaften, die kaum besser sind als private Investor_innen wäre demnach möglich. Das wollen wir uns aber nicht bieten lassen! Zudem sieht der derzeitige Vorschlag vor, dass hochpreisige Wohnungen und viele Eigentumswohnungen gebaut werden. Wohnraum in der Nordstadt, den sich nur Reiche leisten können? Das können wir nicht zulassen!

Tatsächliche Mitbestimmung?

Im gesamten „Beteiligungsverfahren“ zum Bumke-Gelände hat sich gezeigt, dass die Nordstädter_innen nicht viel mehr Wahl hatten, als zwischen dem Bau einer Schaukel oder einer Rutsche zu entscheiden: Ausschließlich dauerhaft günstiger Wohnraum auf dem Bumke-Gelände? Passt nicht mit dem Profitinteresse des Investors zusammen. Tatsächlich mitreden können? Der Investor hat alle Zahlen zurückgehalten, die Transparenz zur Kostenkalkulation ermöglicht hätte. Kurzum: Der enge Spielraum, den Gerlach vorgegeben hat, hat den Namen „Beteiligung“ nie verdient gehabt. Wir lassen uns von dieser Scheinbeteiligung nicht befrieden.

Und nun?

Der beratende Arbeitskreis in dem Beteiligungsverfahren, der aus Initiativen und Geschäftsleuten aus der Nordstadt zusammengesetzt ist, hat nun ein Eckpapier als Ergebnis vorgelegt, das beim Zukunftsforum nur noch abgenickt werden soll. Auf keinen Fall geben wir uns her um dem so genannten Bürgerbeteiligungsverfahren auf diese Art und Weise im Nachhinein den Anschein von Legitimitt zu geben. Wir können solche privaten Investor_innen weder in der Nordstadt noch anderswo gebrauchen. Wir fordern ein neues Mitbestimmungsverfahren, das den Namen auch verdient. Mit Gerlach ist das offensichtlich nicht zu machen!

Kommt zum dritten und letzten Zukunftsforum in die Christuskirche und zeigt mit uns die rote Karte!

Dienstag, 26.11., ab 17.30 Uhr

#goodbyeGerlach

Offener Brief an den Arbeitskreis

Offener Brief

Sehr geehrte Arbeitskreisteilnehmende,

Wir haben ja in unserer Stellungnahme ausführlich begründet warum wir an dem sogenannten Beteiligungsverfahren der Firma Gerlach und dem dazugehörigen Arbeitskreis nicht mehr mitwirken (s. Homepage: https://bumkeselbermachen.home.blog/ausstieg-aus-dem-beteiligungsverfahren/ ).

Anlässlich der kommenden Sitzung des Arbeitskreises #4 in dieser Woche, wollen wir unsere Stellungnahme aktualisieren und erläutern, warum eine Beteiligung unsererseits weiterhin keinen Sinn macht.

Zugleich wollen wir unsere Forderung nach einer „Anwaltsplanung“ (s. Homepage: https://bumkeselbermachen.home.blog/haufige-fragen-faq/) konkretisieren.

Bei einer Anwaltsplanung ginge es vor allem darum, dass die fachlichen Grundlagen für Nicht-Expert*innen transparent gemacht werden, damit ein Dialog auf Augenhöhe möglich ist. Dies betrifft zu diesem Zeitpunkt die folgenden Aspekte unserer Petition:

Bestandserhaltung: hier gilt es insbesondere zu erörtern, inwieweit der Bestand umgenutzt werden kann (Petitionstext: „Offene Prüfung möglicher Umnutzungen bereits bestehender Gebäude mit dem Ziel der Kostenreduzierung“). Hierzu gehört auch eine Kalkulation der Umwelteffekte und Klimaschutzanforderungen (im Sinne der von uns geforderten nachhaltigen Architektur).

Autofreiheit: eine Reduzierung von Stellplätzen/Autofreiheit des Quartiers kann die Kosten für den Wohnraum erheblich reduzieren (Verzicht auf Tiefgaragen etc.). Gerade an diesem bestens an den ÖPNV angeschlossenen Standort drängt sich ein Beitrag zur gelebten Verkehrswende geradezu auf. Eine Umsetzung in dieser auch rechtlich komplexen Materie benötigt aber weitere fachliche Expertise.

Finanzierung/Förderung: um die Mieten geringer zu halten, könnten für viele Bereiche Förderungen eingeworben werden und so gemeinwohlorientierte Träger*innen unterstützt werden. Vor dem Hintergrund der Vielfalt der Möglichkeiten ist auch hier zusätzliches Know-How erforderlich.

Zu diesen Aspekten sollten unabhängige Gutachten/Beratungsleistungen erstellt werden, wir sind bereit bei der Auswahl geeigneter Expert*innen mitzuwirken.

Für den 26.11 ist bekanntlich ein weiteres Zukunftsforum#3 geplant. Nach dem offiziellen Verfahrensplan ist dies als abschließender Schritt für die Beteiligung der Öffentlichkeit vor der Konzepterstellung angedacht. Dies ist angesichts des bisher unzulänglichen Verfahrens nicht haltbar. Selbst einfachste Schritte zur Transparenz des Verfahrens wie das Einstellen eines Protokolls zum letzten Arbeitskreis auf der Homepage (Stand 19.9.2019) sind bisher nicht erfolgt (wir selbst sind natürlich über unsere Vernetzung mit Beteiligten des Arbeitskreises über den Diskussionsstand informiert, es sollten aber alle Interessierten Zugang zu diesen Informationen haben) – ganz zu schweigen von einer fachlich qualifizieren und transparenten Darstellung der von uns oben benannten Themenfelder.

Daher schlagen wir vor, dieses Forum zu verschieben oder das Forum#3 im November 2019 für einen Zwischenstand zu nutzen, um dann 2020 einen Abschluss anzustreben.

Die Federführung/Verantwortung sollte bei der Stadt Hannover liegen – und nicht bei der Firma Gerlach. Eine Teilnahme von „Bumke selber machen“ wäre möglich, sofern wir auch die Ergebnisse eines von uns geplanten Workshops (mit Gerlach-unabhängigen Sachverständigen und Bewohner*innen der Nordstadt) vorstellen können und unsere Forderungen nach einer Anwaltsplanung erfüllt werden.

Den Versuch das Zukunfsforum#3 am 26.11 als Abschlussveranstaltung durchzuführen, würden wir hingegen als Affront gegenüber den Menschen in der Nordstadt werten.

Wir haben ein großes Interesse an einem fachlich fundierten, konstruktiven Dialog zur Umsetzung der in unserer Petition gestellten Forderungen (s. Homepage: https://bumkeselbermachen.home.blog/hintergrundinfos-zur-petition/ ). An einem investorengesteuerten Verfahren werden wir weiterhin nicht teilnehmen.

Mit freundlichen Grüßen
Bumke selber machen (22.9.2019)

Demonstration „Hannover- die Stadt gehört uns Allen“ unterstützen!

Am 2. November wollen wir gemeinsam mit vielen verschiedenen Initiativen zum Thema „Hannover – die Stadt gehört uns allen!“ auf die Straße gehen. Dabei kommen immer noch neue Initiativen dazu: Auch solinet Hannover unterstützt nun den Aufruf! Mehr zu der Gruppe hier: https://solidarity-city.eu/de/city/hannover/

Wenn auch deine Gruppe oder Intiative den Aufruf unterstützen will, schreibt uns eine Mail an: bumkeselbermachen@riseup.net

Wir freuen uns euch auf der Straße zu sehen!